Der Hund Marie

Mein Freund der Biber

Mein Freund der Biber begleitet mich schon seit Jahren, haarig und rasiert. Zurechtgestutzt und wild wuchernd. Entspannt pflegt er sein Heim, verlässt hin und wieder den Bau, um ein paar seichte Runden im Wasser zu drehen. Zwischendurch immer Ausschau haltend, was sich bewegt und was so bleibt wie es war. Immer bedacht vorsichtig, eher einfühlsam zurückhaltend und dennoch fest im Stand. Es gibt viele Einflüsse in jeder Welt. Gutes und Schlechtes, aber kein Richtig und kein Falsch. Er ist ein Nager. Er ist ein Improvisationstalent mit ungeahnter Spontanität und geschmacklicher Sicherheit. Der Bauch ist das Gehirn, die Intuition kommt von Herzen. Es darf gerne anders sein. Während der Marder zwangsläufig in der Zivilisation angelangt ist, bleibt der Biber ein Charakter der Natur. Er hat seinen See, ist Einzelgänger und stiller Gesellschafter. Man bekommt ihn seltener zu Gesicht und ist berührt und inspiriert in seiner Gegenwart. So weit so gut. Warum sollte der Biber aufbrechen und sich erklären. Wer etwas lernen möchte, tritt in seine Nähe, braucht Geduld und die nötige Muße, um zu verstehen. Ein ruhiger Pool.. hmm... Pol in stürmisch verzerrten Zeiten. Alle Fragen beantworten sich aus der Beobachtung. Nichts ist wichtiger als die aufgespannte Atmosphäre. Nicht klebrig klumpig, sondern weich und schön. Habt keine Angst, dass er nicht spricht, er ist nur ein Biber.

 

Swen Meyer